Kaffeesucht

Kaffee ist eines der Genussmittel, die auch außerhalb von Sucht ihren berechtigten Platz im menschlichen Leben haben.

Aber Kaffee hat ein sehr hohes Suchtpotential. Das liegt vor allem daran, dass Kaffee eine sehr viel stärkere Stimmungsaufhellende Wirkung hat, als den meisten Menschen bewusst ist. Man kann das leicht nachprüfen, indem man den Kaffee einmal bewusst weglässt und darauf achtet, welche emotionalen Auswirkungen das hat. Das Leben wird vielleicht plötzlich recht trist erscheinen oder man hat vielleicht sogar das Gefühl, dass es nun gar keine Freude mehr gibt im Leben.

Wie bei allen anderen Suchtarten ist das Suchtpotential um so höher, je größer die Defizite an Erfüllung und Befriedigung sind. Ein zufriedener und erfüllter Mensch ist für die verschiedensten Suchtarten grundsätzlich viel weniger anfällig als ein unerfüllter, unzufriedener Mensch.

Bei einem Defizit an Erfüllung und Befriedigung kann man gut beobachten, wie der Kaffeekonsum schrittweise immer mal wieder ein bisschen zunimmt. Das ist ein Effekt, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Sogar die Medizin kennt den Effekt, dass Menschen, die das Kaffeetrinken aufgeben, in Depressionen verfallen können. Das ist ganz natürlich, denn das Kaffeetrinken gleicht Erfüllungsdefizite aus und ohne Kaffee sind die Defizite dann natürlich wieder da - zum Beispiel in Form von Depressionen.

Wird das Kaffeetrinken längere Zeit ausgesetzt, kommt es auch zu körperlichen Entzugserscheinungen. Diese äußern sich in einem Spektrum von leichten Kopfschmerzen bis zu Grippe-ähnlichen Befindlichkeiten.

Die körperlichen Entzugserscheinungen sind aber im Verhältnis zu den eigentlichen psychischen Ursachen der Sucht vergleichsweise harmlos und können leicht durchgestanden werden, wenn die psychischen Gründe für die Kaffeesucht erst mal wegfallen oder zumindest reduziert sind.

Da das Kaffeetrinken zu den schönen Dingen des menschlichen Lebens zählt, ist es erstrebenswert, zwar den ausufernden Suchtanteil zu reduzieren, ohne aber das Kaffeetrinken ganz aufzugeben. Und das ist aber die hohe Schule der Suchtüberwindung. Es bedeutet, sich täglich aufs Neue dem Suchtentzug zu stellen, wenn da ein Bedürfnis nach Kaffee entsteht, das über ein gewisses vernünftiges Maß hinausgeht.

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